Winter 2001/2002

Mit dem Erwerb des Schiffes war mir klar, dass zwar einerseits die Substanz des Bootes ganz gut ist, dennoch aber einige Arbeiten dringlich gemacht werden müssen. Am augenscheinlichsten waren die Schäden des Decks verursacht durch schadhaft gewordenen Lack und dessen teilweiser Entfernung durch den Vorbesitzer mit dem zweifelhaften Ansinnen ein "blau werden"des Holzes zu verhindern. Um weiter Schädigungen durch Witterungseinflüsse auszuschließen, habe ich das Boot dann erst Mal mit einer großzügigen Plane abgedeckt, in der Hoffnung, daß mit der Trocknung keine weiteren Schäden entstehen bzw. offensichtlich werden. Danach habe dann damit begonnen, alle Teile die nicht niet- und nagelfest am Schiff befestigt waren abzuschrauben, um sie über den Winter in der häußlichen Werkstatt zu überarbeiten.Nun, irgendwo muß man anfangen, ich habe mit der Ruderpinne begonnen, um auch mehr Platz auf dem Schiff zu schaffen.Das Gewicht was mir danach in den Armen lag, war beträchtlich und hätte besser zu einer Eisenstange gepasst: Dafür ließ sich der Lack dann eigentlich am Stück abziehen. Das Holz war derartig mit Wasser vollgesogen, dass die Trocknung Wochen dauerte.

Bodenbretter:

Sahen auch eigentlich nicht wirklich schlecht aus, aber wissend, daß ich das Deck streichen werden muß, ließen mich annehmen, daß sie dann doch auch nicht mehr in das Gesamtbild passen würden.

 

Teilweise waren Schraubenabdeckungen nicht ersetzt, sondern überspachtelt worden, die Wrangen auf der Unterseite waren mit Montageschaum notdürftig repariert oder fehlten einfach. Klar, die mußten außeinander genommen werden. Um hinterher nicht vor einem nicht mehr zusammen zu setzenden Puzzle zu stehen, habe ich aber ein Foto gemacht.

Unter den Abdeckungen fand ich hauptsächlich Eisenschrauben, oder das was davon übrig bleibt. Dafür waren diese dann aber zu einem fast nicht zu lößenden Verband zusammengerostet und konnten nur durch einfräsen neuer Schraubenschlitze gedreht werden. Andere sind schlicht abgebrochen oder ließen sich nur noch unter in Kaufnahme der Beschädigung der Bretter herausschlagen.

Das Entfernen des Lackes von den Brettern gestaltete sich dafür zwar anstrengend - aber relativ einfach.Mit einem scharf angeschiffenen Stechbeitel ließ sich die Farbe in Schichten entfernen.Danach habe ich die Bretter zunächst mit dem Bandschleifer und dann mit dem Exzenterschleifer überarbeitet.
Schwieriger war die Behandlung der Wrangen, zumal die ehemaligen Schraubenlöcher nicht mehr zu benutzen waren. Teilweise war auch nicht ohne weiteres zu erkennen, welches denn das ursprüngliche Schraubenloch war, oder es waren durch Reperaturversuche einfach mehrere vorhanden. An die wahrscheinlichst anfänglichen Schraubensitze habe ich dann Bohrungen gesetzt, das schadhafte oder faule Holz ausgeschnitten und dann in die Bohrungen Bucheholzstifte eingetrieben - mit Epoxydharz, welches ich dann auch zum vergiesen benutzt habe.
Die versenkten Schraublöcher der Bretter mussten um die Beschädigungen durch die Demontage zu kaschieren neu ausgefräst werden.Danach haben die Bretter 4 Anstriche mit einkomponentigem Klarlack (Jotun) erhalten.Nach dem Zusammenbau und dem Einsetzen neuer Schraubenverblendungen folgten 6 weitere Anstriche. (Jotun Glossy Varnish)
Die gleiche Prozedur habe ich mit dem Deckel des Ankerkastens und des Skylights gemacht. Dort waren die Schrauben an den Bändern herausgefault.
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