Das Deck

An manchen Stellen des lackierten Decks war durch Risse Wasser in das Holz gelangt. Großflächiger war die Beschädigung an der Backbordseite des Laufdecks. Dort war die Lackierung bereits abgeschabt worden, um dem Holz zumindest zeitweise die Möglichkeit zum Austrocknen zu geben. Mit mehr oder weniger fatalen Folgen: Über den Decksplanken ist eine Schicht Sperrholz aufgebracht, - und darauf ist das Stabdeck verlegt. Das eindringende Wasser nahm also seinen Weg über die Decksstäbe - direkt ins Sperrholz, welches dazu nicht einmal wasserfest verklebt war.Nachdem ich die Decksstäbe dort herausgetrennt hatte, mußte ich feststellen, daß das Sperrholz bereits komplett verrottet war. Hingegen waren die Decksplanken absolut gesund. Das Herausschneiden des Decks habe ich bereits im Herbst bewerkstelligt (mit einer Miniatur-Flexscheibe), aber der Anblick hat mich wochenlang gequält, und es durfte eigentlich niemand einen Blick auf die Backbordseite des Schiffes werfen.

Bemerken möchte ich an dieser Stelle, daß ich der Annahme war, es wäre einfach, die jetzt fehlenden Stäbe aus Oregon-Pine zu beschaffen. Die Ergebnisse meiner Recherchen im Internet waren vielfältig, dazu hatte ich Adressen von Furnierhändlern, Schreinern usw. Bis zum heutigen Tage hat keiner der angeschriebenen auch nur eine Mail geschickt. Eine Holzwerft (Xylon, Mannheim) hat mich von November auf den Dezember im Januar auf Ende Februar und dann auf ...vertröstet. Letztendlich musste ich dann einen befreundeten Schreiner bemühen. Das Zuschneiden dauerte dann keine 20 Minuten. (Schreinerfarm Frankenthal))Eine

Februar 2002 habe ich damit begonnen das Deck abzuschleifen. Zunächst hatte ich gar nicht vor die Farbe überall komplett abzutragen, ich ging davon aus, daß das an den schadhaften Stellen ausreichen würde, und das Anschleifen der übrigen Flächen eine genügend gute Untergrundbehandlung für ein Überlackieren wäre.Das erwies sich sehr schnell als Irrtum. Der Anstrich mußte runter. Das Schleifen mit dem Exzenterschleifer war relativ erfolglos, die Schleifscheiben waren zu schnell zugesetzt und die schnell rotierende Scheibe erwärmte dazu den Anstrich, der dadurch auch noch klebrig wurde. Erfolgreicher war der Bandschleifer (60er Korn), der dafür allerdings wesentlich unhandlicher ist, und schnell merklich wird, wieviele Kanten und Ecken ein Schiff hat. Um großflächger arbeiten zu können, klar, mußten dann Beschläge, Klampen ect. demontiert werden.Letztlich habe ich bei intensiever Arbeit ungefähr eine Woche für das Abschleifen benötigt. Die Arbeit war, das möchte ich hinzufügen, nicht besonders angenehm, zumal ich unter einer Plane arbeitete und der Mast auf zwar hochgebauten Maststützen auf dem Deck lag, was die Bewegungsfreiheit furchtbar eingeschräkt hat, wenn man neben dem Schleifer noch den Staubsauger mitschleppen muß, die Kabel ständig irgendwo hängen bleiben, man auf dem Bauch liegend rückwärts vom Bug wieder zum Heck kriechen muß usw. Dazu kam der Lärm der Staubabsaugung, Ächts!

Das Glück, es dann doch geschafft zu haben, hielt dann aber doch nicht lang. Ich hatte bemerkt, daß die Luftfeuchtigkeit zumindest unter Deck relativ hoch war, eigentlich permanent bei 90% relativer Luftfeuchte lag. Nach dem Abschleifen ging die Luftfeuchtigkeit binnen 2Tagen auf unter 60% zurück. Mit der erschreckenden Begleiterscheinung, daß fast alle Decksverfugungen aufgerissen sind. Die verwendete Fugenmasse würde ich als ungeeignet eingeschätzt haben, oder sie ist durch Alterung ungeeignet geworden, und schlimmer, auch unentfernbar. Teilweise hart wie Stein, versprödet, mit dem Holz verklebt, es war depremierend und schränkte die angedachte Möglichkeit einer Neulackierung erheblich ein, weil ein Auftrag von Verfugungsmaterial über das Niveau der Stabdecksleisten zumindest das Zwischenschleifen der Lackauftragungen während des Anstrichs unmöglich gemacht hätte.Nach den ersten erfolglosen Versuchen die Fugen zu kitten, habe ich mich dann entschlossen, alle Verfugungen mit Malerband so abzukleben, dass ich rechts und links der Fuge noch knapp einen halben Millimeter Holz feistehen lies, um danach die Fugen mit einer breiten Japanspachtel und Sikaflex zu überspachteln.(Spachtelbewegung in unterschiedlichen Richtungen, und unter reichlich Druck, um auch alle Hohlräume zu füllen, ..danach natürlich das Malerband vor der erfolgten Trocknung wieder abziehen)

 

Der Anstrich

ok, den Klarlack habe ich in den Keller geschafft und dafür eine doch recht kostspielige Bestellung aufgegeben. OWATROL, D1 und D2, letztere steht jetzt auch im Keller. Nach der Trocknung der Fugen habe ich das Deck mit D1 Vierzig Mal an zwei Tagen gestrichen, und dabei angenommen, ich würde irre werden.Leiter hoch, pinseln, Leiter runter, weiterschieben, Leiter hoch, pinseln,.....nach zwei Tagen sah der Boden um das Boot wie eine Rennbahn aus, oder wie eine Pflanzfurche für Kartoffel. Wenn ich nur daran denke, wird mir schwindelig, dafür hat sich der Aufwand nach meiner heutigen Einschätzung aber gelohnt. Das Boot stand jetzt, bevor die Persenning fertiggestellt war 2 Wochen im Regen, ohne daß auch nur Anzeichen für eine neuerliche Aufnahme von Wasser erkenntlich war. Und dafür nie mehr den Lack abschleifen, die Möglichkeit nachzusättigen, und das sogar mit einem Lappen, das gefällt mir.

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